Achtsam durch den Winter
Seriöse Vorbereitung, gute Ausrüstung und ein respektvoller Umgang mit Natur und Wildtieren machen Wintertage im Toggenburg sicher und angenehm.
Geteilter Lebensraum
Ski- und Schneeschuhtouren sind nur auf ausgewiesenen Routen erlaubt. Der Winter stellt Wildtiere vor grosse Herausforderungen. Jede unnötige Störung kostet sie wertvolle Energie, die für die kalte Jahreszeit überlebenswichtig ist.
Informieren Sie sich über die Wildruhezonen vor Ort. In diesen empfindlichen Zonen haben die Bedürfnisse der Tiere Vorrang. Sie dienen den Tieren als sicheren Rückzugsort, an dem sie nicht durch Menschen gestört werden. Achten Sie darauf, dass Sie Wildtiere auch ausserhalb von Schutzgebieten nicht aufscheuchen und bewegen Sie sich aufmerksam durch die Landschaft.
Bleiben Sie im Wald immer auf den markierten Wegen, nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und meiden Sie Waldränder und schneefreie Flächen – sie sind wichtige Nahrungsflächen, besonders in der Dämmerung und bei Dunkelheit.
Gut vorbereitet
Fundierte Planung und eine realistische Selbsteinschätzung bilden die Basis für sichere Touren. Nutzen Sie Karten, Tourenführer oder digitale Portale und prüfen Sie, ob Dauer, Distanz und technischer Anspruch zu Ihren Fähigkeiten passen.
Wetter und Lawinensituation können sich schnell verändern. Prüfen Sie die aktuelle Lage vor Ort frühzeitig und bewerten Sie, ob das Gelände eine sichere Tour zulässt. In Karstgebieten – wie sie im Alpstein und im Toggenburg vorkommen – sind Schneedecken oft unberechenbar. Unterspülte Hohlräume, Dolinen oder dünne Schneebrücken können einbrechen und zu gefährlichen Situationen führen.
Informieren Sie eine Vertrauensperson über Ihre geplante Route und die voraussichtliche Rückkehrzeit. Diese einfache Massnahme kann im Notfall entscheidend sein.
Passend ausgerüstet
Die richtige Ausrüstung ist im Winter unverzichtbar. Was fehlt, kann im Ernstfall entscheidend sein. In ungesichertem Gelände gehören LVS-Gerät, Schaufel und Sonde zwingend zur Standardausrüstung – und zwar für jede Person in der Gruppe.
Dazu kommen wettergerechte Kleidung, Stirnlampe, Kartenmaterial, ein Erste-Hilfe-Set mit Notrufnummern, Rettungsdecke oder Biwaksack sowie geladene Handy-Akkus. Auch genügend Verpflegung und warme Getränke sind essenziell.
In der Nähe von Skigebieten gelten klare Regeln: Während der Betriebszeiten ist der Aufstieg nur am Pistenrand und nur hintereinander erlaubt; Querungen an unübersichtlichen Stellen sind verboten. Der Skibetrieb hat immer Vorrang. Ausserhalb der Betriebszeiten sind Pisten gesperrt – Pistenfahrzeuge mit Seilwinden können lebensgefährlich sein.
Aus Rücksicht zur Natur
Achtsame Besucher:innen hinterlassen keine Spuren. Eine verschneite Landschaft wirkt unberührt – und soll es auch bleiben. Abfälle jeder Art, auch biologisch abbaubare, gehören nicht in die Natur. Essensreste locken Tiere an, Taschentücher, Zigarettenstummel und Kompostabfälle belasten Flora und Fauna.
Wo keine Toiletten vorhanden sind, gilt besondere Rücksicht. Menschliche Ausscheidungen sollten so hinterlassen werden, dass sie keine Tiere anlocken, keine Wege oder Gewässer belasten und möglichst vollständig abgedeckt oder mitgenommen werden. Spezielle Beutel erleichtern das – und schützen die Landschaft, die wir alle schätzen.