Klang
Klang ist im Toggenburg vielstimmig. Traditionen, Räume und Menschen tragen ihn auf unterschiedliche Weise weiter – im täglichen Tun, in der Architektur und in Begegnungen, die den eigenen Horizont öffnen. In den Häusern der Klangwelt Toggenburg werden diese Linien sichtbar, hörbar und spürbar: als Experiment, als Wissen, als Moment der Nähe zur Landschaft, die selbst zum Resonanzkörper wird.
Gesangskultur
Die traditionelle Gesangskultur ist in der Toggenburger Bevölkerung so tief verwurzelt wie das sennische Brauchtum. Das Johle begleitet Älpler und Landwirte in der täglichen Arbeit in der Natur und mit dem Vieh – im Stall, beim Öberefahre oder auf der Weide. Beim Jodel wird zwischen dem Naturjodel (Johle) und dem Jodellied unterschieden. Zur naturtönigen Musik gehören der Alpsegen, das Hackbrett, die Schellen und das Talerbecken. Die eigene Stimme findet ihren Raum in den Kursen der Klangwelt Toggenburg. Schnupperangebote, mehrtägige Seminare oder thematische Intensivtage öffnen Wege zum Jodeln, zum Johlen, zu Rhythmus und Resonanz. Hochkarätige Kursleiteri:nnen schaffen vertiefte Zugänge zu Klang, Resonanz und Brauchtum – von Rhythmik und Instrument über Jodel und Johlen bis hin zu Handwerk.
Begehbares Instrument
Die Räume des Klanghauses sind wie ein Instrument gebaut. Jedes Element transportiert und formt den Ton – ein Ort, der Klang nicht nur trägt, sondern ihn lebendig macht. Bei einer Führung wird hörbar, wie Architektur und Akustik ineinandergreifen. Zeugnisse der lebendigen Klangkultur werden bei Proben, Konzerten oder musikalischen Begegnungen im Klanghaus Toggenburg erfahrbar. Hier kommt zusammen, was das Tal seit Jahrhunderten prägt: Stimmen, Instrumente und die feinen Schwingungen der Region.
Im Innern des Klangs
Das Resonanzzentrum Peter Roth präsentiert eine Ausstellung, die an allen Tagen offen steht und in das musikalische und geistige Werk eines Pioniers führt, dessen Denken Klang und Resonanz neu verortete. Herzstück ist der Klangdom – der schweizweit erste öffentlich zugängliche seiner Art. Über 30 Lautsprecher formen darin einen Raum, in dem sich Klang rundum entfaltet. Die begehbare Skulptur eröffnet ein immersives 360-Grad-Hören, bei dem Töne nicht nur hör-, sondern körperlich spürbar werden. Eine Erfahrung, die Resonanz auf neue Weise verankert. Auch im historischen Kontext wird Klang hier neu betrachtet. Im Resonanzzentrum verbinden sich ältere Wurzeln mit zeitgenössischen Ansätzen des Hörens und Forschens.
Klang-Werkstatt
In der ehemaligen Mühle von Alt St. Johann ist die Klangschmiede beheimatet – ein interaktives Erlebnishaus mit vielen Räumen, in denen Klang, Schwingung und Resonanz erforscht werden können, vom Instrument bis zum Experiment. Für Kinder und Erwachsene bietet die Klangschmiede spielerische Zugänge zur Welt der Klänge. Hier wird die eigene Neugier zum Kompass – präzises Hören, Ausprobieren, Erfinden, Wahrnehmen. Eine Werkstatt, in der Klang nicht erzählt, sondern unmittelbar spürbar wird. Durchs Haus geht man individuell oder im Rahmen einer Führung.