Viehschau

Sie ist der Höhepunkt im Jahr eines jeden Landwirts. Die Viehschau. Das Stelldichein der schönsten Kühe im Tal, der Stolz eines jeden Züchters und einer jeden Züchterin. Kein Wunder, finden in der Ferienregion Toggenburg gleich Dutzende dieser Anlässe statt, die wohl der Inbegriff des gelebten Brauchtums sind. Denn jedes Dorf zelebriert die eigene Viehschau. Es ist ein Spektakel, wenn die Tiere zu Hunderten an der «Prämi» auffahren. Alleine der Klang der Schellen und der Anblick der wunderschön geschmückten Tiere und der in Tracht gekleideten Züchter und ihrer Helferinnen und Helfer ist ein Erlebnis.

Ort Datum Spezielles
Wattwil 17.09.2026 Stierenschau
Hemberg 25.09.2026
Bütschwil 25.09.2026 Jubiläum
Brunnadern 26.09.2026
Wattwil 30.09.2026
Lütisburg 02.10.2026
St. Peterzell, Schönengrund-Wald 02.10.2026
Wildhaus 02.10.2026
Ebnat-Kappel 03.10.2026
Ganterschwil 03.10.2026
Mosnang 03.10.2026
Alt St. Johann 06.10.2026
Mogelsberg 06.10.2026
Nesslau 07.10.2026
Degersheim 07.10.2026
Stein 09.10.2026
Kirchberg 10.10.2026
Krinau 14.10.2026
Wattwil 31.10.2026 Toggenburger Herbstschau
Wattwil 28.11.2026 Fürstenland Cup

Sennisches Brauchtum

Was hat eine Viehschau zu bedeuten? Natürlich, es wird die schönste Kuh des Dorfes gewählt. Ein Jahr lang, nicht anders als bei Schönheitswahlen wie sie Menschen zelebrieren, darf sie sich dann «Miss Nesslau» oder «Miss Wildhaus» nennen und den Züchter oder die Züchterfamilie stolz machen. Und was eine Kuh schön macht sind wie beim Menschen natürlich die inneren Werte. Konkret: Die Milchleistung. Eine hohe Milchleistung bedingt durch die gute Fähigkeit, ein Kalb zu gebären - verspricht eine hohe Wirtschaftlichkeit des Tieres. Und damit unterscheidet sich so eine Misswahl dann doch von jener der Zweibeiner.

Ganz unverblümt bewerten die Experten jedes Tier nach fünf Kriterien, die (vermutlich) auf eine hohe Wirtschaftlichkeit schliessen lassen: Den Rahmen (Grösse), das Becken, das Fundament (Beine), das Euter und die Zitzen. Wobei letztere heute, da kaum mehr von Hand gemolken wird, eine geringere Rolle spielen. Je perfekter die ersten vier Kriterien, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Kuh in ihrem Leben mehrere Laktationen (Milchabgaben nach der Geburt) durchläuft und wacker Milch abgibt. Und das erhofft sich jeder Bauer, insbesondere der ehrgeizige Züchter, der natürlich nur die besten Gene des Muttertieres und des Stieres vereint, um zu einer «Miss» zu gelangen.

Wundern Sie sich also nicht, wenn die Experten und Bauern auf dem Schauplatz sich nur fürs Hinterteil der Kühe interessieren. Sie dürfen getrost ein Tier auch von vorne herzig finden.